Energiepreis heute

Dynamischer oder fester Stromtarif?

Ein dynamischer Tarif gibt die Börsenpreise jeder Stunde an dich weiter. Das kann günstiger sein, besonders mit E-Auto oder Wärmepumpe. Dafür trägst du das Risiko teurer Phasen selbst. Ein fester Tarif bietet Planbarkeit, kostet aber einen Aufschlag für diese Sicherheit.

So funktionieren beide Tarife

Beim festen Tarif zahlst du für jede Kilowattstunde den gleichen Arbeitspreis, oft mit einer Preisgarantie für ein oder zwei Jahre. Dein Anbieter kauft den Strom langfristig ein und rechnet Risiken und Gewinnmarge in den Preis ein.

Beim dynamischen Tarif ändert sich der Arbeitspreis mit dem Börsenpreis jeder Stunde oder Viertelstunde. Dazu kommen feste Bestandteile wie Netzentgelt, Umlagen, Stromsteuer und ein Aufschlag des Anbieters. Wie sich der Endpreis zusammensetzt, zeigt unsere Seite Dynamischer Stromtarif.

Vor- und Nachteile

Dynamischer TarifFester Tarif
Preisschwankt jede Stunde, im Jahresmittel oft günstigergleich, meist mit Preisgarantie
Sparen durch Uhrzeitja, mit flexiblen Gerätennein
Risiko bei Preissprüngenträgst du selbstträgt der Anbieter bis zum Ende der Garantie
Voraussetzungintelligentes Messsystemkeine
AufwandPreise im Blick behalten oder automatisch steuernkeiner
Kündigungmeist monatlichoft Mindestlaufzeit

Für wen sich ein dynamischer Tarif lohnt

  • Haushalte mit Elektroauto: Das Auto steht oft viele Stunden und kann in den günstigsten Stunden laden. Das bringt am meisten. Siehe E-Auto günstig laden.
  • Haushalte mit Wärmepumpe und Pufferspeicher: Sie können einen Teil des Verbrauchs verschieben. Siehe Wärmepumpe mit dynamischem Tarif.
  • Haushalte mit Batteriespeicher: Im Winter kann der Speicher günstigen Nachtstrom für den Abend aufnehmen. Siehe Stromspeicher.
  • Haushalte, die gern planen: Wer Waschmaschine, Trockner und Geschirrspüler regelmäßig per Startzeitvorwahl laufen lässt.

Für wen ein fester Tarif besser ist

  • Haushalte mit geringem Verbrauch und ohne flexible Geräte, bei denen die Ersparnis die zusätzlichen Kosten für das intelligente Messsystem nicht ausgleicht.
  • Haushalte, die vor allem abends kochen, waschen und fernsehen, also in den teuersten Stunden.
  • Wer ein knappes Budget hat und keine Schwankungen auf der Rechnung verkraften kann.

Die Risiken ehrlich betrachtet

Der Börsenpreis kann über Wochen und Monate stark steigen, wie im Jahr 2022, als der Gaspreis explodierte. Wer damals einen dynamischen Tarif hatte, zahlte zeitweise deutlich mehr als Kunden mit älteren Festpreisverträgen. Auch einzelne Abende können sehr teuer sein, wenn wenig Wind weht und viele Kraftwerke fehlen. Mit einem dynamischen Tarif merkst du solche Phasen sofort, mit einem festen Tarif erst bei der nächsten Preisanpassung oder gar nicht.

Ein Teil des Risikos lässt sich begrenzen: Manche Anbieter kombinieren dynamische Preise mit einer Obergrenze, und die meisten Verträge sind monatlich kündbar. Behalte die Monatsdurchschnitte im Blick, zum Beispiel im Archiv.

Darauf solltest du beim Vertrag achten

  1. Aufschlag des Anbieters: der feste Cent-Betrag je kWh zusätzlich zum Börsenpreis.
  2. Grundgebühr: monatlicher Festbetrag, oft höher als bei festen Tarifen.
  3. Kosten für das Messsystem: wer es einbaut und was es im Jahr kostet. Siehe Smart Meter.
  4. Abrechnung: stündlich oder viertelstündlich nach Börsenpreis oder nur nach Monatsdurchschnitt? Nur echte Stunden- oder Viertelstundenpreise belohnen das Verschieben.
  5. Kündigungsfrist: idealerweise monatlich.
  6. App und Steuerung: Kann der Anbieter Preise an Wallbox, Wärmepumpe oder Energiemanager weitergeben?

Selbst nachrechnen

Unser Rechner legt deinen Verbrauch über die echten Börsenpreise der letzten zwölf Monate und zeigt, was du mit einem dynamischen Tarif bezahlt hättest. Vergangene Preise sind keine Garantie für die Zukunft, geben aber einen guten Eindruck von der Größenordnung.

Häufige Fragen

Ist ein dynamischer Stromtarif günstiger?

Im Jahresdurchschnitt oft ja, vor allem für Haushalte, die Verbrauch in günstige Stunden verschieben können. In Phasen hoher Börsenpreise kann er aber teurer sein als ein fester Tarif.

Was brauche ich für einen dynamischen Tarif?

Ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), das den Verbrauch je Viertelstunde misst. Seit 2025 muss jeder Stromanbieter einen dynamischen Tarif anbieten.

Kann ich vom dynamischen zurück in einen festen Tarif wechseln?

Ja. Die meisten dynamischen Tarife sind monatlich kündbar. Prüfe die Kündigungsfrist im Vertrag.

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